Katholiken aus dem Irak haben in Essen nun eine eigene Gemeinde : Sankt Albertus Magnus für chaldäische Christen

Katholiken aus dem Irak haben in Essen nun eine eigene Gemeinde : Sankt Albertus Magnus für chaldäische Christen

Die in Essen lebenden Christen aus dem Irak haben seit diesem Sonntag im Stadtteil Katernberg eine eigene chaldäisch-katholische Gemeinde. Den Gründungs-Gottesdienst in der ehemals römisch-katholischen Kirche Sankt Albertus Magnus hielten der Essener Weihbischof Franz Vorrath und der Apostolische Visitator für die Chaldäer in Europa, Philip Najim. Die Gründung ist mit dem Chaldäischen Patriarchat abgesprochen und vom Vatikan bestätigt.

In Essen leben nach Angaben des Bistums Essen rund 900 chaldäische Christen aus dem Irak. Weitere kleinere Gruppen wohnen in Mönchengladbach, Bonn, Düsseldorf und Neuss. Seit Jahren feierten sie ihre Gottesdienste in einer Kirche im Essener Südostviertel, bevor sie nun mit Unterstützung des Bistums ein eigenes Gotteshaus und Zentrum für ihr Gemeindeleben erhielten. Bischof Felix Genn hatte im Oktober auf Ersuchen von Patriarch Emmanuel III. Delly eine chaldäisch-katholische Gemeinde errichtet. Die Kongregation für die Orientalischen Christen des Heiligen Stuhls bestätigte die Gemeinde wenig später. Die Gemeindegründung sei wegen der anstehenden Aufnahme irakischer Flüchtlinge in Deutschland besonders bedeutsam, so das Ruhrbistum im Vorfeld. Nach einem Beschluss der EU-Innenminister sollen in den kommenden Wochen bis zu 10.000 Irak-Flüchtlinge in die EU kommen. Deutschland will 2.500 Schutzsuchende übernehmen. Die ersten von ihnen sollen am Donnerstag in Hannover eintreffen. Nordrhein-Westfalen will rund 540 Flüchtlinge aufnehmen. Da es sich bei ihnen vor allem um irakische Christen handelt, sollen die Flüchtlinge verstärkt im Umfeld chaldäischer Gemeinden angesiedelt werden. Der Pfarrer der neuen Gemeinde, Sami Danka, dankte Deutschland und der Diözese für die Aufnahme der chaldäischen Christen. Die Lage in seiner Heimat habe sich in letzter Zeit «etwas verbessert», so der Iraker. Allerdings könnten die Flüchtlinge schon deshalb nicht mehr ohne weiteres zurückkehren, weil in ihren Häusern inzwischen Muslime lebten.

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