Heilig-Rock-Wallfahrt mit feierlichem Gottesdienst eröffnet

Heilig-Rock-Wallfahrt mit feierlichem Gottesdienst eröffnet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 14.57 Uhr wurde der Heilige Rock enthüllt.
Trier – Die Heilig-Rock-Wallfahrt hat begonnen. Zum Auftakt der Wallfahrt, bei der erstmals in diesem Jahrhundert der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, zu sehen ist, feierten Kurienkardinal Marc Ouellet und der Trierer Bischof Stephan Ackermann gemeinsam mit rund 1.500 Gläubigen einen feierlichen Gottesdienst im Trierer Dom.

Bis zum 13. Mai werden in Trier 500.000 Pilgerinnen und Pilger erwartet. Neben Gottesdiensten und vielen weiteren geistlichen Angeboten gibt es auch ein umfangreiches kulturelles Begleitprogramm.

Zelebranten in dem Eröffnungs-Gottesdienst waren unter anderen die Weihbischöfe des Bistums Trier sowie zahlreiche Gastbischöfe, darunter der apostolische Nuntius in Deutschland Erzbischof Jean-Claude Pérriset, Kardinal Reinhard Marx (München-Freising), Kardinal Joachim Meisner (Köln), die Erzbischöfe Jean-Claude Hollerich (Luxemburg) und Laurent Ulrich (Lille) sowie die Bischöfe Felix Genn (Münster) und Pierre Raffin (Metz). Als Ehrengäste nahmen unter anderem teil: der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und seine saarländische Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Ministerinnen Doris Ahnen und Malu Dreyer, die Landtagspräsidenten Joachim Mertes und Hans Ley, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph und Superintendent Christoph Pistorius von der Evangelischen Kirche sowie der Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier, Manfred Thesing.

Es war genau 14.57 Uhr, als Wallfahrtsleiter Mons. Georg Bätzing und Dompropst Prälat Werner Rössel den Schrein mit dem Heiligen Rock enthüllten. Fanfaren ertönten. Die Gläubigen stimmten im Dom und in der benachbarten Liebfrauenkirche, in die der Gottesdienst übertragen wurde, die Pilgerhymne “Freu dich, du Christenheit” an. Zuvor hatte Kardinal Ouellet, Gesandter des Heiligen Vaters und Präfekt der Bischofskongregation in Rom, ein Grußwort von Papst Benedikt XVI. verlesen. In dem Grußwort schreibt der Heilige Vater, dass auch er sich aus Anlass der Heilig-Rock-Wallfahrt “in Gedanken als Pilger in die altehrwürdige Stadt Trier” begebe. Der Heilige Rock, so betont Papst Benedikt, mache anschaulich, dass die Kirche “als die eine, ungeteilte Gemeinschaft durch die Liebe Christi gestiftet” sei. “Die Liebe des Erlösers führt zusammen, was getrennt ist. Die Kirche ist eine in den vielen. Christus löst die Vielfalt der Menschen nicht auf, aber er verbindet sie im Füreinander und Miteinander der Christen”, unterstreicht Papst Benedikt XVI. und spielt damit auch auf das Leitwort der Wallfahrt an: “und führe zusammen, was getrennt ist”.   Der Heilige Rock sei eine Mahnung an die Kirche , “ihrem Ursprung treu zu bleiben, sich bewusst zu machen, dass ihre Einheit, ihr Konsens, ihre Wirksamkeit, ihr Zeugnis letztlich nur von oben geschaffen, von Gott her geschenkt werden können.”   Zudem erinnere der Heilige Rock auch an die der Kirche eigene Würde. Oft aber werde “die Integrität des Leibes Christi” verletzt durch “unseren Eigenwillen, unsere Schwächen und Fehler”. “Zugleich kann und darf die besondere Würde und Integrität der Kirche nicht preisgegeben und dem Geschrei auf dem Richtplatz der öffentlichen Meinung ausgeliefert werden”, betont Papst Benedikt XVI.

Bischof Ackerman hatte in seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes gesagt, dass die Heilig-Rock-Wallfahrten in den vergangenen fünf Jahrhunderten “immer Chance zur Sammlung der Gläubigen, aber auch Anlass zur Auseinandersetzung” gewesen seien. Der Aspekt der Sammlung umfasse “nicht nur die katholischen Christen, sondern weitet den Blick auf alle, die durch ihre Taufe und ihren Glauben den Namen Jesu Christi tragen”, betonte Bischof Ackermann.   Bei der Suche nach dem Leitwort sei sehr häufig das Anliegen der Einheit genannt worden: “Dies entspricht offensichtlich einer Sehnsucht vieler Menschen in unserer immer stärker zusammenwachsenden Welt, in der gleichzeitig Fliehkräfte am Werk sind, die Völker und Gesellschaften neu auseinanderzutreiben drohen. Solche Kräfte sind auch in der Kirche spürbar, und sie machen nicht halt vor den Familien und Gemeinschaften, in denen wir leben. Ja, selbst das einzelne Individuum hat nicht selten Mühe, die innere Einheit des eigenen Lebens zu entdecken und zu bewahren.” Zugleich habe das Leitwort auch eine wichtige ökumenische Bedeutung: “Wir können heute eine Heilig-Rock-Wallfahrt nicht mehr ausrufen, ohne dazu unsere Schwestern und Brüder aus den anderen christlichen Konfessionen einzuladen!”, unterstrich Bischof Ackermann. Es freue ihn sehr, dass die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen vertretenen Gemeinschaften die Einladung zur Mitgestaltung der Wallfahrt angenommen hätten. “In besonderer Weise darf ich dabei der Evangelischen Kirche im Rheinland danken, die sich in ihrer Leitung die Beteiligung an der Wallfahrt mit hohem Engagement zu eigen gemacht hat”, sagte Bischof Ackermann. Vertreter der byzantinisch-orthodoxen Kirchen könnten leider nicht am Eröffnungsgottesdienst teilnehmen, begingen sie gemäß ihrem Kalender doch am heutigen Tag den Karfreitag. “Der Ruf nach einem gemeinsamen Ostertermin ist in den letzten Jahren lauter geworden. Ein gemeinsamer Termin wäre tatsächlich ein ausdrucksstarkes Signal für das Zusammenwachsen der Christen und ihr gemeinsames Zeugnis in der Welt”, sagte Bischof Ackermann.

Kardinal Ouellet sagte in seiner Predigt, dass die Heilig-Rock-Wallfahrt mitten in einer Zeit stehe, in der der Glaube angefochten und die Kirche nicht nur in Deutschland durch tiefgreifende Krisen verunsichert sei. Andererseits suchten unzählige Menschen nach Orientierung für ihr Leben. “Die Heilig-Rock-Wallfahrt will ein Bekenntnis zu Jesus sein – eine wirkliche Christuswallfahrt: Sie will deutlich machen, dass Jesus Christus und die Gemeinschaft mit ihm ein Schatz für alle Menschen ist. Gerade heute ist das sinnvoll und wichtig”, betonte der Kardinal. Im Blick auf das Leitwort der Wallfahrt sagte er, dass die Menschen im Trennen “wahre Meister” seien. Das gelte für die Spaltung der Christenheit ebenso wie für die globalen Probleme Hunger und Armut, die “Korruption der Großen” oder auch das Verhältnis der Menschen zur Schöpfung. Alle diese Probleme forderten eine Umkehr des Handelns;   den Impuls zu dieser Umkehr könne aber keiner besser geben als Jesus Christus: “Die Hinkehr zu Jesus ist der Anfang einer neuen Welt.” Kardinal Ouellet ging weiter auf das “ökumenische Gesicht” der Wallfahrt ein, das für ihn “zum inneren Kern dieses Glaubensereignisses” gehöre. “Möge der gemeinsame Pilgerweg zu Jesus Christus in uns die Leidenschaft wecken, mehr und mehr als die eine Kirche erkennbar zu werden, zu der der Herr uns zusammenführen will”, sagte der Kardinal. Er betonte auch, dass die Christen mit allen Menschengemeinsam auf der Suche nach dem Wahren und dem Guten seien, auch mit den Suchenden oder Nicht-Gläubigen. Er lud die Gläubigen ein, bei der Heilig-Rock-Wallfahrt auch diesen Menschen “mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit” zu begegnen.

Am Ende des Gottesdienstes eröffnete Bischof Ackermann mit einem Gebet den Pilgerweg der insgesamt 31 Wallfahrtstage. Dann zog er als erster Pilger am Schrein mit dem Heiligen Rock vorbei, die Zelebranten, Ehrengäste und die anderen Gottesdienstbesucher folgten auf dem Pilgerweg.

Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Hier wird er normalerweise verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll den Heiligen Rock im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Heilig-Rock-Wallfahrten finden in unregelmäßigen Abständen statt. Die erste war vor genau 500 Jahren im Jahr 1512, im vergangenen Jahrhundert gab es drei Wallfahrten: 1933, 1959 und 1996

http://www.heilig-rock-wallfahrt.de/start/aktuelles/meldung/sich-in-einheit-zu-jesus-christus-bekennen.html

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