Vom Nachbarland mit Angst beobachtet

Bischof bremst Euphorie vor einem möglichen Regierungswechsel in Syrien

Bischof Samir Mazloum aus dem Libanon. Bischof Samir Mazloum aus dem Libanon.

In Syrien könnte sich unter einer neuen Regierung die Lage der Christen verschlechtern. Das befürchtet der libanesische maronitische Bischof Samir Mazloum im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Mazloum berichtet, dass die libanesischen Christen die Vorgänge im Nachbarland Syrien mit einer “gewissen Angst” beobachten, denn es sei nicht auszuschließen, dass ein neues Regime “noch wesentlich diktatorischer und fanatischer sein könnte als Assad”.

Insbesondere die Muslim-Bruderschaft sei “sehr stark und bestens darauf vorbereitet, die Macht zu ergreifen”, so der Bischof. Zu befürchten sei in diesem Fall die Einführung der Scharia, die auch auf Christen Anwendung finden würde. Christen würden damit zu “Bürgern zweiter Klasse”, denen das “Recht auf Gleichheit und auf ein normales Leben abgesprochen wird”.

Es sei ebenso denkbar, dass es zu Racheakten gegenüber Christen kommen könnte. Unter der Assad-Regierung sei die Lage der Christen in den vergangenen 30 Jahren “akzeptabel” gewesen, was bei einem radikalen Umbruch als “Kollaboration mit dem Assad-Regime” missverstanden werden und zu Maßnahmen gegen Christen führen könnte, erklärt Bischof Mazloum.

Demokratisierung des Landes begrüßenswert

Akzeptabel sei das Leben unter dem Assad-Regime für Christen aber nur deshalb gewesen, weil dieses Regime selbst aus der muslimischen Minderheit der Alawiten stamme und daher Toleranz gegenüber anderen Minderheiten geübt hatte.

Der Bischof betont jedoch, dass Veränderungen hin zu einer Demokratisierung des Landes und einer Gewährleistung der Menschenrechte, “wie es die Jugend auf der Straße fordert”, durchaus zu begrüßen seien.

Insgesamt leben in Syrien ungefähr 1,6 Millionen Christen. Etwa 35 000 davon gehören der mit Rom unierten maronitischen Kirche an.

Kirche-in-not.de

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